Ortsgeschichte Campen - Brockhof
Aus der Geschichte unserer Heimat

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Campen - früher Kämpen - liegt in einem Tale etwa 2 km westlich von Borstel und südlich der Straße Nienburg - Sulingen. Der Ort ist hufeisenförmig angelegt, so dass man fast auf eine wendische Siedlung schließen könnte. Es wird allerdings erzählt, dass diese Dorfform sächsisch sei und den Aus- und Eintrieb des Viehs erleichterte.
„Kamp", zunächst als Flurname in Nordwestdeutschland sehr häufig, wurde dann auch oft als Siedlungsname verwendet. Ursprünglich bedeutet „Kamp" ein durch Hecken (Knicks) oder Wälle zum Schutz gegen Wild und weidendes Vieh eingezäuntes Stück Land, vor allem Ackerland, aber auch Grünland und Gehölze sowie gerodetes Land.
Im Hoyaer Urkundenbuch wird Campen 1500 zuerst erwähnt. 1511 erhält ein Bockhorn zu Campen von Graf  Jobst v. Hoya einen Freibrief (Rathlef, Urk. Nr. 233). Im Bedeschatzregister von 1521 wird ein Dirick to Campen genannt. Es soll aber auch Urkunden aus der Zeit um 1300 geben.
Zur alten politischen Gemeinde Campen gehört auch der Brockhoff, der nur wenige hundert Meter von Borstel am Rande des Moores liegt. Zunächst ein Hof entstanden durch eine spätere Teilung zwei Höfe. Beide Besitzer führten noch vor wenigen Jahrzehnten den Namen „Brockhoff". Nun sind die letzten Brockhoffs ausgestorben. Der Brockhoff hat seinen Namen in der niederdeutschen Form bewahrt: Hof beim Bruch.
Im Hoyaer Urkundenbuch von 1238 und 1250 werden ein Otto de Brokhofe und sein Sohn Konrad erwähnt. Es ist jedoch nicht gesichert, dass diese Ritter zu dem Wohnplatz bei Borstel gehörten, denn Meyerholz weist diesen Namen immerhin in etwa zwanzig verschiedenen Orten der ehem. Grafschaft Diepholz und Hoya nach. Für 1521 und danach registriert er den Namen auch für Borstel und Campen. Auf dem Brockhoff gibt es eine Heilquelle, von der Hermann Husmann (Kap. V 2) erzählt. Sie lag an einem Fußweg, der von Borstel über den Brockhoff zum Moor führte. Man erzählt, dass die Heilwirkung derart gewesen sei, dass die Kranken, die mit Stöcken und Krücken gekommen, ohne diese wieder fortgezogen seien.
Zwischen den Dorfschaften Borstel und Campen/Sieden gab es im 18. Jahrhundert einen längeren Streit um die Schafweiden im Moor. Ein erhaltenes Gerichtsprotokoll aus dem Jahre 1751 nimmt Bezug auf einen Vertrag von 1725, dem auch eine Karte beigegeben war. Der Streit nahm gelegentlich derartige Formen an, dass man sich gegenseitig Schafe pfändete (1749 am Tage vor Pfingsten), was durchaus mit den Anweisungen für den späteren Feldhüter übereinstimmt (S. 13 § 32). Interessant ist an dem Dokument, dass darin die beiden großen Brände in Borstel erwähnt werden.
(Quellennachweis: Geschichte des Kirchenspiels Borstel, Band 1, Hersg. Heimatverein Borstel e.V., 12/1990, Seite 54 ff)

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