Das Borsteler Wappen
| 700-Jahre Borstel | Urkunde | Schatz im Acker | Holländermühle | Wappen | Bodenschätze | Ortschroniken |Im Auftrage des Gemeinderates von Borstel legte der Heraldiker Alfred Brecht aus Hannover drei Entwürfe vor, über die am l. Februar 1983 abgestimmt wurde. Das Borsteler Wappen zeigt in Schwarz einen goldenen, mit schwarzem Kesselhaken belegten Pfahl (senkrechten Streifen), in
den Flanken je eine silberne Hellebarde mit goldenem Stiel, die Schneiden nach außen. Bei der Beschäftigung mit der Borsteler Geschichte meinte der Heraldiker, in den beiden kriegerischen Auseinandersetzungen auf Borsteler Gebiet einen Anhaltspunkt für seine Entwürfe gefunden zu haben. Darüber hinaus geht aus seinen schriftlich niedergelegten Gedanken hervor, dass er mit dem Borsteler Wappen auch dem Bauerntum allgemein in seinem Waffendienst für den Landesherrn und damit für den eigenen Besitz ein Denkmal setzen wollte.
Die beiden Schneiden nach außen - ob die Verteidigung gegen Kriege, Feuersnot, Naturkatastrophen. Krankheit und persönliche Not immer gelang? Eine weitaus stärkere Symbolkraft enthält zweifellos der Kesselhaken. Der Herd mit dem Kesselhaken galt von alters her als des Hauses „heilige Stätte". Noch in diesem Jahrhundert wurden Verlobungen (Löfft), Hochzeiten (Hochtied), Hofübergabe (Hoffafgaw) und das Mieten von Dienstleuten (Meen von Deinsten) am brennenden Herd vollzogen. Bei den nicht seltenen Feuersbrünsten war der Besitzer darauf bedacht, den Kesselhaken zu retten; er galt als Urkunde für den Besitz des Hauses.
Der Herd war mit ungeschriebenen überlieferten Bräuchen als der Ort des Friedens geschützt, den keiner straflos brechen durfte. Dem Fremden, der sich dem Herd näherte und zum Zeichen seiner guten Absicht und Gesinnung mit der Hand den Kesselhaken berührte, gab die Herdstelle ein Schutzversprechen der Hofleute, zuweilen der ganzen Gemeinde.
Insofern dokumentiert das Borsteler Wappen zu Recht die ursprüngliche bäuerliche Tradition des Dorfes, die mit Sicherheit bis in das Mittelalter zurückreicht. Die Hoyaer Farben Schwarz und Gold deuten an, dass Borstel lange Zeit zur Grafschaft Hoya gehörte.(Quellennachweis: Geschichte des Kirchenspiels Borstel, Band 1, Hersg. Heimatverein Borstel e.V., 12/1990, Seite 8/9)