Ortsgeschichte Bockhop
Aus der Geschichte unserer Heimat

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Unser Dorf Bockhop besteht aus Einzelhöfen. Die ehemals selbständige Landgemeinde hat einen Flächeninhalt von 679 ha. Die höchsten Erhebungen liegen über 60 m über NN, der tiefste Punkt bei 40 m über NN.
 
Das älteste Haus der Gemeinde Bockhop: Speicher von 1584
Es hat hier früher ausgedehnte Waldungen gegeben. Auf den Rodungen sind die ersten Ansiedlungen entstanden. Wahrscheinlich kommt auch der Ortsname Bockhop - upen Bouckhope - „Siedlung auf einer mit Buchen bestandenen Erhöhung" daher.
In unserem Dorf Bockhop gab es keinen Edelhof, deshalb ist auch der urkundliche Nachweis über die erste Besiedlung nicht zu erbringen. Es ist anzunehmen, dass zu der Zeit, als die Kirche zu Borstel entstand, die ersten Ansiedlungen bereits vorhanden waren. Es sind dies mit Sicherheit die Meierhöfe, die schon um das Jahr 1100 und früher entstanden sein können.
In der Ortschaft Bockhop gab es immer zwei Meierhöfe, die heutigen Haus Nr. 8 und 9. Der erste Nachweis geht aus der Inschrift am alten Taufstein in der Borsteler Kirche hervor. Ein Hinrich Lubbrat vom Bockhope stiftete diesen im Jahre 1461. Es war der Besitzer des heutigen Hofes Nr. 8 (Erika und Heinfried Kuls). Nach alten Berichten herrschte hier in den Jahren vor 1400 die große Pest, die ganze Gegenden entvölkerte. Danach wurde dann wieder Wald zum Siedeln freigegeben, und es entstanden die sogenannten Kötner-Höfe. Etwa 100 Jahre später folgten die Brinksitzerstellen (die auf dem Brinke saßen).
Die erste uns bekannte Urkunde ist das Bedeschatzregister (ein Personenregister) aus dem Jahre 1521. Zu damaliger Zeit führten die Bewohner noch keinen Familiennamen. Daher sind hier nur der Personen- oder Taufname aufgeführt. Um Verwechslungen zu vermeiden, kamen später Bezeichnungen von Dorf- oder Flurnamen hinzu.

Das älteste noch erhaltene Gebäude im Orte und wohl auch im Kirchspiel - außer der Kirche - befindet sich auf der Hofstelle Nr. 13, heute Linderkamp. Es ist ein Lehmspeicher, wie er früher zur Aufbewahrung von Brotkorn und anderen Lebensmitteln diente. Er wurde laut Inschrift am Türbalken Anno 1584 erbaut. Im Nienburger Heimatkalender von 1987 ist er ausführlich beschrieben.

Seit 1859 gibt es den Begriff der politischen Gemeinde. Seither hat die Gemeinde einen gewählten Gemeindevorsteher. Der erste uns bekannte Bauermeister war Konrad Sprickerhop. Sein Grabstein steht noch auf dem Lüderschen Erbbegräbnis.

Die Gemeinde Bockhop hatte im Jahre 1861  207 Einwohner in 34 Wohngebäuden, im Jahre 1895 waren es 227 Einwohner in 44 Wohngebäuden.

Erwähnenswert ist das Stimmrecht, das bis zum Ersten Weltkrieg galt. Wer kein Eigentum besaß, hatte auch keine Stimme in der Gemeindeversammlung, er konnte weder wählen noch gewählt werden. Unabhängig vom Eigentum wurden die Stimmen nach der Steuerkraft bemessen. Bis 3 Mark = 1 Stimme, 3 - 6 Mark = 2 Stimmen und jeweils 3 Mark mehr = eine weitere Stimme.

Im Jahre 1922 erfolgte die Elektrifizierung des Ortes.

(Quellennachweis: Geschichte des Kirchenspiels Borstel, Band 1, Hersg. Heimatverein Borstel e.V., 12/1990, Seite 44 bis 52)

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